Anmerkung:
Ich hab leider grad Probleme beim Fotohochladen – hoffe, dass bis morgen die fehlenden Bilder verfügbar sind – die sind echt gut, also vom Dorf etc.
Anmerkung:
Ich hab leider grad Probleme beim Fotohochladen – hoffe, dass bis morgen die fehlenden Bilder verfügbar sind – die sind echt gut, also vom Dorf etc.
Liebe Schneemänners,
ein wenig Zeit ist nun ins Land gegangen und ich habe endlich wieder die Möglichkeit kontakt ins Land, was ich bisher nie so zu schätzen wusste, herzustellen.
Vor ein paar Wochen ging es für Louisa für mich endlich ins Projekt und mit voller Vorfreude und voller Euphorie endlich was zu tun zu haben startete unsere reise ins Ungewisse um 5 Uhr morgens. Überraschend ging es zu 3. auf dem unbequemen Rücksitz eines Toyotas los immer weiter ins Land hinein, hie und da mal von einer Kuhherde auf der Straße aufgehalten.
Das unser Fahrer mit einer Geschwindigkeit von 120 km/h die Autocrosspiste überflog machte mir anfangs echt Angst, weil Schlaglöcher sich schnell mal als tiefer und größer als erwartet erweisen. Nach 2 Fährverbindungen brausten wir dann durch Georgetown (oder JanJanBureh wie es jetzt heißt), was man sich eigentlich größer vorgestellt hatte, da es örtlich die größte Stadt ist, aber wer erwartet da schon so Riesen Verhältnisse wie in Steele, wenn man doch viel weniger haben kann.
Von dort ging es auf die letzte (und abenteuerlichste) Fähre, die nicht aus einem motorisierten Boot bestand sondern vielmehr einfach aus einem ‚Kahn’, der an einem Seil befestigt im Fluss schwamm. Fazit: Alle ziehen am selben Strang um irgendwann denn eigentlich gar nicht so breiten Fluss überquert zu haben. Bei ca. 40°C unter der prallen Sonne standen nämlich alle an einer Seite des Kahns und zogen das Boot an der Schnur von der einen zur anderen Seite.
Nach verbleibenden 20 min hatten wir unser Ziel endlich erreicht…. und was soll ich sagen?
Wir leben nun in einer Petrischale! Bei feucht-warmen 34° abgeschnitten von der Außenwelt. Das Klima lässt einen nur schlafen oder rumgammeln und ist außerdem der Ideale Nährboden für diverse Lebensmittelexperimente, die nicht sofort weggeworfen werden.
Im Zentrum des Schale befindet sich die Zellkultur und das weniger rege treiben. Das Dorf ist wirklich winzig und ungefähr kurz vor dem Mittelalter stehen geblieben. Kein Witz! Es gibt keinen Strom, was es nachts einfach unglaublich Dunkel macht, da elektrisches Licht eine Fehlanzeige ist. Nur hi und da sieht man mal ein Feuer oder eine Taschenlampe funkeln (ganz die Petrischale halt). Der Mond hilft einem ein wenig jedoch ist er im Moment nur zum Einbruch der Dunkelheit zu sehen, danach verschwindet er. Aber für den Anblick des Sternenzeltes lohnt es sich. In unseren tollen Atlanten gibt es doch so komische Sternenkarten. Holte euren Atlas raus… Seite aufschlagen… und jetzt wisst ihr was ich jeden Abend sehen, inklusive Milchstraße (ich wusste nie wie die von der Erde aus ausschaut) und Sternschnuppen jeden Abend. Häufig sieht man auch wetterleuchten, wenn es irgendwo im Land gewittert und bei uns sich der Horizont durch ein kurzes leuchten abzeichnet.
Im Allgemeinen sind alle Petrischalen einfach an einer langen Straße die durchs Land geht angeschlossen. Zwischen den jeweiligen kann man laufen oder, wenn man im Besitz eines Internationalen Motorradführerenschein, wie ich es bin, mit dem Motorrad gut hin und her Pendeln. Da Benzin hier aber nicht so einfach zu bekommen ist wie bei uns und Tankstellen auch einfach mal leer sind, kann ich diesen Luxus nur begrenz genießen. Über den Zustand des Motorrades spreche ich zur allgemeinen beruhigung mal lieber nicht……… aber es macht einfach zu viel Spaß
Auf der Hauptstraße befindet sich auch in meinem Dorf die Haupteinkaufszone. Wir haben sage und schreibe 3 local shops in Jahali. Ja… Da lässt sich der Kaufrausch kaum aufhalten, aber ich konnte mich noch so grade zügeln. Im Sortiment befanden sich bis gestern Brot, Zucker, Melonenstücke, Telefonkarten und Fanta, wobei ich damit auch nur Fanta und nicht etwas Sprite oder Cola meine. Jedoch sind heute 4 Kästen mit Coca Cola angekommen
Juhu endlich hat man wo man sein Geld Sinnfrei ausgeben kann.
Wir wollen uns ja nicht beklagen. Immerhin können wir ja auch ins übernächste Dorf (Birkama Ba) fahren, da kann man sogar richitg einkaufen, wurde uns gesagt. Das sieht dann so aus, dass es einfach seeeehr viel fischig richenden Fisch, Tomaten, Pfeffer, Auberginen, Blätterzeug, Kartoffeln und wurzeln die wie Kartoffeln schmecken, etwas Fleisch und Maggi gibt.
Manche Sachen sollten wir aber noch nicht kaufen, wie ein Höckerchen, weil Samstags ja markt ist und man ‚mehr Auswahl’ hat. Die gestalltet sich dann indem man einfach jeden Artikel nicht nur an 9 sondern an 23 findet.
In der Zwischenzeit wächst meine ich-freu-mich-zu-hause-auf-liste ins unermessliche, da man einfach den Luxus, des immer alles zu bekommen erst zu schätzen lernt.
Die Menschen hier im Projekt (also Lehrer und Krankenschwestern, die am höchsten gebildeten Leute des Landes) kennen auch weder Mc Donalds, noch Fast-Food. Ich finde es schon echt komisch noch niiiiiie davon was gehört zu haben. Die Erkärung dieses Prinzip konnte mich dann aber doch erheiter, da die verblüffung und Überraschung essen zu bestellen und sofort zu bekommen den Leuten direkt ins Gesicht geschrieben stand. Louisa und ich merken echt immerwieder, dass wir wirklich total westlich geprägt sind. Man kann hier echt super offen hingehen, aber wir haben z.b. doch einen kleinen Tante-Emma-Laden erwartet indem man wenigstens ein zwei sachen immer besogren kann. Sodass man sich auch man selbst was kochen kann, aber selbst das ist quasi unmöglich und so essen wir jedentag 2x mit den Lehrern und es gibt jedes Mal (!!!) Reis. Wenn ich zu haus bin will ich erst mal keinenen mehr sehen. Louisa liegt grade neben mir und erzählt mir was von Bratkartoffeln. Das ist echt schlimm, wenn man jedentag essen geht und vorher schon weiß, dass es reis mit irgendeiner 2 stunden verkochten fischpampe gibt. Da fallen einem immer die tollsten Sachen ein auf die man sich wieder undwieder freut.
Ich bin mir auch sicher, dass sich niemand vorstellen kann wie es ist unter solchen umständen zu leben. Das ist echt unmöglich vorher. Selbst wenn einem vorher bewusst ist ‚okay hier gibt es nichts, aber da kann man sich ja dran gewöhnen’ – so ist das doch eher ein trugschluss.
Das die Mentalität anders und viiiiiiel langsamer ist, wie schon in der letzten Mail ausführlich besprochen leben wir in unserem Glas auch abgeschieden von der Außenwelt, da sowohl Internet als auch Telefon im Land momentan nicht funktionieren. Auskunft am ersten Tag war ‚da muss nur der Wagen raus der die Straße aufmacht und dann wird das Kabel ausgetauscht. Dauert nur ein paar Tage’. Post gibt es selbstverständlich auch nicht.
Was die Arbeit in der Vorschule angeht so ist diese doch eher wenig… Mal ein paar unterrichtsstunden geben, aber das ganz Schulsystem ist so komplet anders. Ich weill nciht sagen, dass es schlecht ist, da es ja auch irgendwie funktioniert, aber man muss sich bedeutent stärker vor dem einschlafen zurückhalten als bei uns. Daher bin ich jetzt auch eher Zeichenknecht der Schule geworden – Materialien über materialien darf ich anfertigen, da der Human-Body z.b. aus einem Viereck mit angesetzten Dreiecken bestand und ich so wenigstens eine kleine Aufgabe gefunden habe etwas Sinnvolles zu machen.
Im allgemeinen könnte man auch sagen, dass wir jetzt Freizeitzombies sind, die wirklich mal was machen wollen. Louisa hat deshalb schon in die Klinik gewechselt und ich hab jetzt einen ‚2. Job’ Gegenüber gibt es nämlich noch eine Schule bis zur 9. Klasse und dort darf ich jetzt klasse 7; 8 und 9 in Mathe unterrichten! Das ist echt cool. Mein Herz hat richitge freudensprügne gemacht als ich mal wieder ein Mathebuch zu Gesicht bekam
Das unterrichten da ist auf jedenfall ne richitg gute Erfahrung, wie eigentlich der ganze Aufenthalt hier, auch wenn es ganz anders als erwartet ist.
Aber aus der Summe der vielen Sachen, vorallem, dass wir einfach viel zu wenig zu tun haben und Wochenden ab Freitags ein Gräul sind komme ich nun auch schon zu Weihnachten zurück. Wenn ich noch 3 Monate alleine dort verbringe sterbe ich wirklich vor langeweile. Meine Mappe kommt leider auch nciht sooo vorran wie ich es mir wünsche, weil es für alles zu heiß ist
Vorallem möchte ich zu Weihnachten nicht alleine in Busch sitzen und völlig abgeschieden gammeln, weil hier wohl doch ncihts gemacht wird. Da komm ich lieber zurück, gehe etwas arbeiten (hat zufällig jemand ne Idee für nen Job den ich Vormittags machen kann?) und Reise dann noch ein bisschen im nächsten Jahr.
Fotos sind wie auch beim letzten mal noch einige mehr auf der Seite http://buschfunk.angerichtet.net/ zu sehen. Angehangen hab ich nur ein paar die besonders gut waren. Achtet mal auf die hübschen Aufkleber auf dem Motorrad… super zu empfehlen für Reisen!
Viele sonnig-verschwitze Grüße
Jenny
Ihr mögts Glauben oder nicht, wisst ihr wer mir gestern begegnet ist? (Die schlauen unter euch haben das vielleicht schon aus der Überschrift erraten
) – Helumt Kohl!
Als wir nämlich von Strand zurückliefen hatten wir wie immer diverse Herren um uns herumschwirren. Mit einem haben wir uns dann Unterhalten und er erzählte uns, dass er eine Frau in Deutschland hat und dann find er mit seinem Deutsch an… jetzt denke bitte jeder an den Film Madagskar!
Die Tiere sind auf der Insel gelandet und begegnen dem Affenkönig King Julien – Gedanke da? Okay und nun denkt daran, wie er spricht: Iche bin äh… King Julien! Unde ihr seiteeee alle freunde von de King!
Das war ein normaler Sprachstil gegen Helmut… der im übrigen in einem Restaurant arbeitet, dass wir bald mal besuchen. Er ä hat eingeladen uns die seine Restaurante bei die nähe von unse, dabei hatte sprechen er ganzschö schnelle
Die Aufelosung von de Helumt isee namlich, dasse er unse nach die unsere Nam gefragte habe unde danne er sagte: Meine deutsche Name is Helumt Kohl. Wenne miche ihr sucht du musste nur nach de Helmut Kohl fragen!
Ich bin mal gespannt wie es Freitag (sonst Samstag) beim Herrn Kohl wird
Hallo meine liebsten und allerliebsten,
kennt ihr das, wenn man sich was vornimmt, sich seiner Sache total sicher ist und dann doch alles anders kommt? So geht es mir grade mit meiner Mail. Ich war mir sicher eine, max. Mails pro Monat zu schreiben, aber im Moment prasseln einfach noch so viele neue Eindrücke auf mich ein, dass ich gar nicht anders kann als schon wieder zu schreiben. Die Tatsache, dass ich immer noch in der Hauptstadtregion mit nahezu non-stop Internet und wenig Aufgaben bin unterstütz diese Sache noch, aber dazu komme ich später….
Was ist bei mir so in der letzten Woche geschehen? Die Antwort darauf fällt nicht allzu schwer – viel, zu viel und irgendwie auch nichts. (und wo ich die Mail im nachhinein überfliege ist Sie doch schon wieder ganz schön lang geworden – tut mir Leid, aber man kann ja Überflüssige Passagen überspringen
)
Louisa und ich haben am Wochenende erst mal den Örtlichen Strand begutachtet, welcher auf den ersten Blick echt wunderschön war. Auch noch auf den 2., aber man hatte die Tücken schnell erkannt. Bei momentan 34°C wollten wir schnell in den Atlantik hüpfen um uns endlich mal abzukühlen. Die ersten Schritte ins Wasser – warm… weitere Schritte ins Wasser – immer noch warm… wir stehen bis zum Hals im Wasser, aber das Meer bietet keine wirkliche Abkühlung. Eigentlich dachte ich, dass der Atlantik immer kalt sei (wenn man an normalerweise an Frankreichs Westküste denkt), aber hier ist das Wasser echt super warm. Ist halt etwas anderes, aber wenn man sich daran gewöhnt hat sieht man auch das als leichte Erfrischung. Was auch überraschend kam, sind leichte Gezeiten. Unsere Sachen lagen nämlich in Wassernähe und irgendwann hatten wir das Gefühl, dass das Wasser schon ganz schön nah daran ist – schnell raus und das Wasser kam direkt hinter uns her. Eine kräftigere Welle kam und Louisa und ich nahmen einfach alles mit einem mal in die Hand und standen auch schon im Wasser. Aber es hat ja noch gereicht, nicht wie bei einem anderen Tourist, von dem das Handtuch bereits im Wasser schwamm, welcher selbst aber im Wasser die Ruhe weg hatte.
Es ist ja auch durchaus bekannt, dass man als weiße Frau auch häufiger mal angesprochen wird. Das können wir auch nur bestätigen. Die Typen kommen teilweise sogar ins Wasser hinterher um einen anzuquatschen. Wobei manche schon echt gute Ideen haben, so nen Surfbrett oder Pferde sind schon beeindruckend. Da wär man schon eher mal verleitet ja zu sagen, aber die Absichten sind doch einfach zu deutlich. Selbst die Hunde laufen teilweise zielstrebig auf einen zu und legen sich dann neben unsere Badetücher… Aber das war gar nicht so schlecht, weil dadurch doch der ein oder andere einen Bogen um uns geschlagen hat. Achja, toll fand ich auch den, der mich zum Christentum verleiten wollte und sich einfach mal mit einer Bibel zu mir geworfen hat und mir daraus vorlesen wollte ^^
Das ist schon echt anstrengend. Und auf dem Rückweg vom Strand geht es dann meist weiter. Einmal war auch eine Gruppe Jungs an der Straße und die fragten uns ob wir was für sie hätten. Einer davon fragte mich nach meiner leeren Wasserflasche (die ich ohnehin loswerden wollte) und da hatte ich doch einen guten Mülleimer Ersatz gefunden… dachte ich mir. Es war ja nicht abzusehen, dass uns dann die ganze Horde Jungs auf einmal folgte. So liefen wir mit 10 Kids im Anhang die Straße runter, dann kam der erste Typ dazu, dann ein 2. und Louisa hielt unsere Gruppe nur noch an und meinte nur noch „Okay guys, it’s nice with you, but we want to go alone now!“ Hat die aber kaum gestört… Allerdings sprach dann der eine Typ ein Machtwort und wir gingen nur och mit ihm ein paar Meter weiter. War ganz witzig mit ihm, da er auch mal deutsch für eine kurze Zeit gelernt hat und wir dann einen deutschen Smalltalk hielten. Auf die Frage „Wie heißt du?“ zu mir und meinem Namen als Antwort erwiderte er nur „Senny?!… Dat is nen swerer Nam.“ Wir ließen ihn dann an seinem Taxi zurück und liefen allein nach haus.
Wobei das mal der erste Kerl war, der uns etwas gebildeter erschien. Im Büro ist nämlich auch ein jüngerer Typ – Amadou (25). Der wurde vom Projektleiter immer persönlich unterstützt und ich muss sagen, ich hab noch nie Geld so Sinnfrei rausgeworfen gesehen. Amadou ist einfach super faul und ruht sich total auf der Unterstützung vom Matthias (der Chef) aus. Im allgemeinen spiegelt er die örtliche Arbeitsbereitschaft aber echt gut wieder. Nach erst einer Woche ‚Arbeit’ im Büro hat man langsam das Gefühl, das Grundproblem der Entwicklungsländer erkannt zu haben.
Die Menschen hier sind zum einen unglaublich träge und wenn die etwas besorgen sollen oder so, dann dauert das echt Jahre, aber das ist nicht so schlimm. Was wirklich schlimm ist, ist die Unselbständigkeit. Bei Besprechungen benötigt man deshalb auch ewig Zeit. Ich weiß wirklich gar nicht wie das hier laufen sollte, wenn niemand hier ist, der da ein Auge drauf hat. Man die Leute etwas fragt – ich konkretisiere das mal: Lamin sollte eine Excel Tabelle erstellen in der steht was für Materialien und wie viele man für ein Projekt x benötigt. Für fast alles benötigte man Sand und Zement und er schreibt auf Sand und Zement. Darauf fragte ich ihn dann, wie viel Zement muss den eingekauft werden. Lamin erklärt einem darauf die ganze Baustellen, wo etwas gemacht wird, wie das gemacht wird – alles Sachen die für einen total uninteressant sind und fragt man dann noch mal fängt er einfach neu an das zu erzählen.
Die Menschen können einfach nicht auf genaue Fragen antworten und noch interessanter wird es, wenn Lamin sich dann mit einem Menschen trifft, der eigentlich wissen sollte wie viel Zement man benötigt. Aber da Lamin nicht nur nicht auf Fragen antworten kann, sondern auch keine konkrete Frage stellen kann und sein Gegenüber ja auch nicht klar antwortet könnt ihr euch vorstellen wie so was abläuft. 2,5 Stunden reden die unterhalten sich die beiden nur darüber wie viel Zement man für 3 Baustellen benötigt (also vermutlich so 5-8 Säcke…) mit keinem Resultat. Frau Corr (die deutsche die hier fest arbeitet) muss dann einfach eingreifen, damit mal irgendwas voran geht.
Wenn die Leute hier auch etwas nicht wissen, dann sitzen die einfach rum und Sachen nichts mehr. Denn fehlt es wirklich, dann selbst auf die Idee zu kommen ins Internet zu gucken oder Jemanden anzurufen um das Unwissen zu beheben…
Und man hätte hier auch nie Handys hinbringen sollen. Die Jugendlichen können sich gar nicht von ihnen trennen. Also wer denkt, bei uns ist es schlimm mit den Handys, der soll mal hierhin kommen… Auf der Arbeit werden die auch nicht ausgestellt oder so – ne.. die bleiben an.
Selbst in der Disco stehen alle mit Handys rum. Wir wurden nämlich von Amadou und seinen Cousins in die Disco eingeladen. Das war aber echt ne unglaubliche Erfahrung. 500 Nachtschwarze Menschen und darunter Louisa und ich. Schon auf dem Weg zur Disco hat man eindeutig einen Unterschied gemerkt. Die halbe Stadtjugend trifft sich an Straßenkreuzungen und machen schon dort Party. Das heißt, man fährt über eine Kreuzung mit 100 Jugendlichen und hört aus verschiedenen Autos Musik und alle sind gut drauf oder daddeln auf ihren Handys.
Dann ging es für uns ins ‚Old School’ anscheinend vergleichbar mit dem P1 oder so, da es auch der allerteuerste Club hier ist (umgerechnet 5,- eintritt). Der Club war ganz nett, jedoch war der Tanzsaal kleiner als die Mupa und super voll. Richtig cool waren aber die Stühle dort, die Beleuchtung ähnelte eher einer Weihnachtsbeleuchtung, da einfach alles geblinkt hat.
Die Tanzfläche hat drumrum auch zahlreiche Spiegel.
Das eigentliche Tanzen beginnt auch anders als bei uns. Normal: einer betritt die Tanzfläche und kurz drauf kommt ein Grüppchen dazu und dann wird’s langsam voll. Hier: Ein Typ steht auf der Tanzfläche… tanzt… tanzt…tanzt… und alle gucken ihm zu, weil dieser Tanzstil anscheinend hier besonders toll ist – er steht alleine vor dem Spiegel und tanzt – unbeschreiblich. Also wenn man alleine in seinem Zimmer ist, gute Laune hat oder allein zu hause ist, dabei laut Musik hört und sich sicher sein kann, dass einen niemand sieht, dann tanzt man ja acuh schon mal total bescheuert durch die Wohnung. Allein mag das ja cuh ganz witzig sein, aber der Mensch tanzte ebenfalls genauso! Louisa und ich musste und echt zusammenreißen, dass wir keinen totalen Lachanfall bekommen. Etwas später kam noch ein Junge dazu der ebenfalls so tanzte und alle fanden es total normal. Ein paar Stunden später waren dann aber alle auf der Tanzfläche. Wo Louisa und ich auch wieder tolle Typen kennengelernt habe, von denen man sooo liebe Sms bekommt und man auch nur 9 mal an einem Abend angeufen wird
Es gibt einfach viel zu viel zu erzählen wie ihr merkt, deshalb den Rest nur in kurzfassung (ich kann es einfach nicht lassen)
Im Moment haben wir nämlich auch eine Banenenstaude (also keine Staude, sodner so ein ein komplettes Teil wo ca. 50 Bananen dran hängen) in unserer Küche stehen. Wenn wir hier dem ‚Hausmeister’ Yahya (gesprochen jaja – hat sich auch mit yes yes vorgestellt J) sagen, dass wir z.B. ein paar der hier wachsenden Orangen probieren wollen, bekommen wir nicht 2 oder 3 sondern direkt 10. Genauso läuft es mit Grapefruits die hier wachsen und Bananen. Aber der Orangensaft den wir uns daraus pressen ist echt super. Der hat einen Nachgeschmack wie pures Vitamin C. Yahya’s jüngste Tochter heißt übrigends Fanta – find ich auch nen einfachen Namen
In einer der letzten Nächte hat es hier auch mal richtig Gewitter (Frau Corr meinte aber, dass es nur ein sehr leichtes Gewitter gewesen sei) Die Blitze zuckten hier über den Himmel, wie bei einem Fotografischen Blitzlichtgewitter. Da war teilweise keine Sekunde zwischen – ein echt beeindruckendes Specktakel. Ist nach Internet aber für die nächsten Tage noch mal angesetzt und ich freu mich schon echt drauf.
Was etwas unangenehm war, ist das (natürlich) während des Gewitters der Strom ausgefallen ist und Louisa und ich durch das nur von Blitzen erleuchtete Haus wieder in unser Zimmer irren mussten (wir wohnen jetzt im großen Haus, da ist das schon weiteres Stück, als im Gästehaus). Die Stromausfällen gibt es hier echt andauernd. Letztens haben wir sogar einen im Supermarkt erlebt und ständig im Büro was echt nervig ist, wenn man grade einen Text schreibt. Amadou fragte mich auch wie häufig wir den so Stromausfälle in Deutschland hätten… und auf die Anwort, dass es die eigentlich nie gibt, fragte er seit wann wir das den haben.
An die Mail hab ich auch noch ein Paar Fotos (man achte auf die Autos zu denen ich ein anderes Mal was schreibe) angehangen, allerdings nicht alle die ich wollte, weil das zu viele Gewesen wären (diesmal sind sie auch nciht gezipt, damit sich alle die Fotos angucken koennen). Aber ihr könnt euch alle auf der Seite: angucken. Dort hab ich so lang ich hier in der Hauptstadt bin auch einen kleinen Blog in den ich ab und zu mal was reinschreibe und vor allem regelmäßig Fotos Hochlade (die interessieren ja eigentlich eh am meisten)
Genau und was noch ganz wichtig ist – ich habe endlich eine Adresse (also vom Büro). Dort kann alles hingeschickt werden und wird dann an mich weitergeleitet.
Die Adresse ist:
Project Aid The Third World
(to: Jenny Siegmund – Jahali)
Headquarter: Manjai Kunda
P.O. Box: 4540 Bakau
The Gambia / West Africa
Wer sich jetzt durchgekämpft hat tut mir Leid, aber den bwundere ich auf jedenfall
Mit den besten Grüßen von einem Ort wo (fast) immer die Sonne scheint und es auch grade viel zu warm ist wünsche ich euch einen schönen Herbst
Liebe Grüße
Eure Jenny
PS: Das Englisch hier ist der Horror, aber dazu ein anderes mal mehr…
Auf anfragen und raten (unter anderem meiner besseren haelfte) habe ich mich nun doch dazu entschlossen zustaetzlich noch einen Blog einzurichten, wo ich mich haeufiger mal melde (mit Fotos).
Jetzt koennt ihr von meinen ersten Tagen hier lesen. Bald kommen dann auch Fotos und alles
Werde morgen wahrscheinlich den naechsten Artikel ueber meine erste Woche hier schreiben
Freitag hiess es fuer mich um halb 3 morgens aufstehen und das letzte deutsche Fruehstueck einnehmen. Um 4 Uhr dann Mayk und Louisa eingesammelt und auf zum Flughafen nach Amsterdam.
Soweit lief bis zum Check-in auch alles gut…..
Aber dann hiess es “Die Koffer sind zu schwer!” (44kg auf 2 Personen) 20 kilo und nicht mehr – so begann das “umpacken” was darauf hinauslief, dass ich im Endeffekt mit 3 Pullis, 2 Hosen, einer Jacke und Schal durch den Flughafen lief und unser Nutella doch noch bei Louisa rausgeflogen ist ![]()
So eingepackt ging es dann zur Sicherheitskontrolle, die aber verlangt, dass ich wieder alles ausziehe. Gesagt getan! und so standen wir hinter der Kontrolle mit insgesamt 8 Handgepaecksstuecken und allein mein Kram hat zusammen etwa 27 kilo (erlaubt waren 7) gewogen, aber Hauptsache der Koffer hat kein Uebergewicht…
Der Flug verlief mit einem ueberaschendem Zwischenstop aber ganz gut und so kamen wir irgendwann am Banjul International Airport an………
und hier beginnt das Abenteuer echt und meine Gedanken ueberschlagen sich soger im Nachhinein noch vor lauter neuer Eindruecke. Aus dem Flugzeug herraus haben wir das Gebaeude schon gesehn, und ich war sogar zu perplex um es zu fotografieren – einfach unvorstellbar reduziert dieser Flughafen – vergleichbar mit dem Steele-S Bahnhof nur ohne Geschaefte.
Aus dem Flugzeug raus liefen wir auch ersteinmal vor eine tropische Wand. Ich dachte ich kippe sofort um, die Luft ist wirklich wie in einer Sauna. kA wie hoch die Luftfeuchtigkeit ist.
Nach der Passkontrolle kamen wir aus den ‘Sicherheitsbereich’, wo auch wirklich jemand mit einem Zettel auf dem ‘Louisa und Jenny’ stand und unserer Koffer wurden direkt zu einem Auto aus dem Projekt getragen. Auf 20 meter weg hatten wir auch schon 5 Menschen (auch ein Kind) an uns kleben die um Geld bettelten – echt super krass. Naja dann ging es fuer uns mit Omar und einem Freund von ihm los und Louisa und ich sassen einfach sprachlos in diesem Auto. Eindruecke ueber Eindruecke! Ueberall rechts und links angefangene Haeuser, etliche verkommene bauten im Kolonialstil, Notduerftig zusammengeflickte Autos, Strassenstaende wie aus einem Film… einfach zu viel in dem Moment um das verarbeiten zu koennen. (Mehr Bilder davon werden folgen
)
Dann waren wir nach kurzer fahrt aber auch schon da.
Zur Zeit bin ich naemlich noch in der Haupstadtgegend, wo ich auch die naechsten 1-2 Wochen mit Internet noch sein werden, daher werde ich mich riessig ueber Mails freuen. Matthias unser Projektleiter ist auch noch bis morgen (Montag) hier, was uns doch den Einstieg erleichetert hat. Wir wohnen jetzt im Gaestehaus neben dem Buero. Das Anwesen hier ist echt super. Louisa hat vorhin in unserem Hinerhof schon eine sehr haarige Raupe gefunden und RIIIIESSIEGE Schnecken kriechen hier rum. Auch eine Fette Echse ist hier durch die Gegend gerannt. Genauso verhaelt es sich mit dem Pflanzen. Ueberall wachsen hier die Bananen. Aber auch Papaya, Magngo, Grapefruit und Orangen wachsen hier einfach so. Ich hab nen paar Fotos angehangen, aber es folgen noch mehr, vorallem von der Umgebung. (Gleich begutachten wir auch mal den Strand
)
Achja – im Moment ist auch Ramadan und gestern Abend gingen so gegen 8 die Gebete los – um 3 in der Nacht sind wir beide zufaellig wach geworden und die waren immernoch beim beten, was extrem unpraktisch ist, weil es ueber Lautsprechen von der Moschee die halbe Stadt wach haelt. Morgens um 6 ging es auch nochmal los und wurde im anschluss vom Hahn abgeloest. Schon interessant
Aber nichts fuer unruhige Schlaefer.
Eine Adresse haben wir noch nicht, aber ich denk mal, dass ich die in den naechsten Tagen erfragen kann. Hier laeuft alles einfach viiiel langsamer als zu hause. Haben heut bei einer Besprechung zugehoert die ca 1,5 std ging aber die produkivitaet von wirklich 20 Minuten hatte.
Auf jedefall hab ich schon eine Handynummer auf der man mich mit Sparvorwahl wohl recht guenstig erreichen kann. Das ist die 00220-6161411
Ich koennte echt nocht ewig weiterschreiben (und das wo ich doch soooe in Fan vom schreiben bin), aber das erspar ich euch mal ![]()
Ich hoffe, dass der Info-gehalt nicht zu langweilig war (ist hier ja doch recht lang geworden)
Mit ersten tropischen Gruessen
Jenny